NAMASTÉ!
WILLKOMMEN BEI DER SHANTI LEPRAHILFE !

Der Film zur Feier des 25-jährigen Jubiläums in Kathmandu

NEU:
Rundbrief Sommer 2020


NAMASTÉ - DAS IST DER NEPALESISCHE GRUSS UND BEDEUTET WÖRTLICH ÜBERSETZT: "ICH GRÜSSE DEN GOTT IN DIR!" DAMIT HEISSEN WIR SIE BEI DER SHANTI LEPRAHILFE HERZLICH WILLKOMMEN!

Shanti ist der nepalesische Begriff für "Frieden", und genau das ist eines unserer wichtigsten Ziele: wir wollen möglichst vielen bedürftigen Kindern und Erwachsenen in Nepal - Versehrten, Kranken, aus der Gesellschaft Ausgestoßenen - helfen, ihre Würde wieder zu erlangen. Indem wir ihnen ein Dach über dem Kopf geben, Nahrung, medizinische Versorgung und einen sinnerfüllten Platz innerhalb der menschlichen Gemeinschaft, die sie zuvor verstoßen hatte. Denn nur in diesem gleichberechtigten Miteinander kann Frieden entstehen.

Die Shanti Leprahilfe Dortmund e.V. stützt sich auf die Vision, dieses Ziel für Leprakranke und andere Menschen mit Behinderung in Nepal zu erreichen. Der nepalesische Partnerverein Shanti Sewa Griha in Kathmandu hat die Aufgabe, diese Vision vor Ort Wirklichkeit werden zu lassen.

Dies geschieht mit einer Klinik, einer dort integrierten Apotheke und ärztlichen Ambulanz, mit einer Armenküche, die die Produkte aus dem eigenen ökologischen Landbau verwertet und täglich ca. 1000 Essen ausgibt, mit einem Brunnen für sauberes Trinkwasser sowie verschiedenen Beschäftigungs-Therapien für die bei Shanti lebenden Menschen. Diese sollen auch dazu beitragen, vom Aussterben bedrohte Kulturtechniken wie die der Maitili-Malerei und der Dhaka-Weberei zu bewahren und zu fördern.

Zur aktuellen Situation mit Corona in Nepal: Die von Hilfe Lebenden werden selbst zu Helfenden

Auch in Nepal hat die Pandemie deutlich spürbare Auswirkungen. Alle Grenzen zu China und Indien sind geschlossen. Der Flughafen ist dicht. Abgesehen von zwei Stunden am frühen Morgen (dann drängeln sich die Menschen in wenigen Lebensmittelgeschäften) herrscht eine absolute Ausgangssperre, die von der Polizei streng kontrolliert wird. 

Besonders hart ist die Situation für Menschen, die von der Hand in den Mund leben: die Tagelöhner*innen, Wäscher*innen, kleine fliegende Händler*innen, Hilfarbeiter am Bau und in der Landwirtschaft, Straßenfeger*innen, Friseure, die einfach einen Spiegel an einen Baum hängen und ihren Kund*innen trocken die Haare schneiden, und – natürlich – die Bettler*innen. In dieser Situation wurden die Menschen, die bei Shanti Sewa Griha in Kathmandu leben und von der Shanti Leprahilfe unterstützt werden, selbst aktiv. Inzwischen versorgen sie rund 500 Bedürftige täglich – zusätzlich zu den etwa 1.000 Personen, die zu Shanti gehören (das kostet ca. 1 Euro pro Person und Tag). "Bei uns in Nepal sterben die Leute nicht an Corona – sie verhungern", sagt Shantis Junior-Manager Bijendra. 

Bis vor kurzem war es noch möglich, den Parkplatz vor der benachbarten Augenklinik zu fegen und – in gebührendem Abstand – mit Flickenkissen auszulegen, die die Frauen bei Shanti in der Weberei hergestellt haben, um dort dann frisch gekochtes Essen an die Bedürftigen auszuteilen. Leider ist diese Armenspeisung aufgrund der verschärften Ausgangssperre nicht mehr möglich. Deshalb fährt Bijendra jetzt mit einer Sondergenehmigung in die Slums und verteilt Essenspakete, die vorher von den Shanti-Bewohner*innen unter tatkräftiger Mithilfe der Kinder gepackt wurden. Jeweils 25 Menschen bekommen eine Gasflasche, und die Familien wechseln sich bei Kochen untereinander ab, damit nicht zu viel Energie verbraucht wird. 

Weil auch die Kinder nicht mehr ihre Behausungen verlassen dürfen – tun sie es dennoch und werden von der Polizei erwischt, setzt es sofort Prügel – bekommen sie von Shanti Papier und Malstifte, Ton zum Kneten vom Grundstück in Budhanilkhanta und Bauklötze aus der Shanti-Schreinerei. Und die Schneiderinnen aus der Näherei nähen Masken – 1.800 sind bereits fertiggestellt und an Bedürftige und die Polizei verteilt worden. 

Um den Bedürftigen zu helfen, sammelten die Shanti-Mitarbeiter*innen untereinander Geld. Dabei kamen stattliche 1.000 Euro zusammen – eine Riesensumme in einem Land, in dem ein normaler Arbeiter 80-90 Euro im Monat verdient. Als sie davon dem Koch einen Extrabonus geben wollten, weil er jetzt jeden Morgen schon um 5 Uhr in der Küche steht, um das Essen für die Hungernden zu kochen, lehnte er entrüstet ab: "Ich habe es doch gut hier bei Shanti, ich bekomme ein gutes Gehalt (es sind 150 Euro pro Monat), meine Kinder können hier zur Schule gehen, und wenn wir krank werden, werden wir hier gut versorgt – gebt das Geld lieber den Armen da draußen!"

Eines Tages sah Bijendra, wie ein Mann sich von dem Besitzer eines kleinen Kiosks in der Nähe von Shanti alte Pappkartons geben ließ, um sie zu Shanti zu bringen, wo aus Altpapier Öko-Briketts gepresst werden, mit denen die Kochstellen befeuert werden, denn Feuerholz ist knapp und Gas teuer. Daraus ist eine regelrechte Stadt-Entmüllungs-Aktion geworden (die Müllabfuhr funktioniert nämlich auch nicht mehr). Männer, Frauen und Kinder klauben das Altpapier aus den Müllbergen und bringen es zu Shanti – als Gegenleistung für das Essen. Das ist umso wertvoller, als Shanti derzeit auf das Altpapier aus Botschaften und vor allem Hotels verzichten muss – die Hotels sind für sechs Monate geschlossen, und es können keine Touristen ins Land kommen. 

Wollen Sie mithelfen, dass Shanti die Hungernden weiterhin mit Essen versorgen kann? Wir freuen uns über jede Spende!

Wie die Shanti Leprahilfe entstanden ist

Shanti wurde auf Initiative der Dortmunderin Marianne Großpietsch gegründet und blickt auf eine mittlerweile fast 30-jährige Geschichte zurück. Derzeit gibt es in Nepal drei Standorte, an denen Shanti tätig ist: in Kathmandu-Tilganga, in Budhanilkanta und in Sundarijal. Rund 1000 Menschen werden hier betreut oder haben ein neues Zuhause gefunden.Junge Menschen oder Erwachsene aller Altersgruppen können dort als Volontäre einen mehrmonatigen freiwilligen Einsatz leisten.Das Pressearchiv gibt einen guten Überblick über die bisherigen Veröffentlichungen zu Shanti.Drei- bis viermal im Jahr erscheint ein von Marianne Großpietsch stets persönlich verfasster Rundbrief, mit dem alle aktuellen und früheren SpenderInnen über die Entwicklung von Shanti informiert werden.Shanti ist die größte deutsche private Hilfsorganisation in Nepal. Sie finanziert sich ausschließlich durch Spenden oder den Verkauf der bei Shanti hergestellten Produkte im nichtkommerziellen Rahmen.Für die vorbildliche soziale und medizinische Basisarbeit erhielt Shanti verschiedene Auszeichnungen.